27. Jänner 2026: St.A.i.R.-Künstlerin Erëmirë Krasniqi in der Camera Austria
In der
Camera Austria, dort wo sie seit Beginn ihres Aufenthalts im Rahmen des
Styria-Artist-in-Residence (St.A.i.R.)-Programms recherchiert und arbeitet, präsentiert Erëmirë Krasniqi am 27. Jänner 2026 ihre Arbeiten. Während ihres dreimonatigen Stipendiums in Graz beschäftigte sich Krasniqi mit der großteils undokumentierten Geschichte der Videokunst im Kosovo und zeichnet dabei nach, wie Künstlerinnen und Künstler auf soziale, ästhetische und technologische Veränderungen in dem Jahrzehnt, das auf den Krieg von 1998/1999 folgte, reagierten.
Dieser jährlich stattfindende Austausch zwischen Künstlerinnen und Künstlern oder Theoretikerinnen und Theoretikern aus dem Kosovo wird von der Steiermärkischen Landesregierung und Shtatëmbëdhjetë, Pristina, ermöglicht.
The First Decade of Video Art in Kosovo
Im Rahmen ihrer Präsentation wird Krasniqi über einen Teil ihrer fortlaufenden Forschung sprechen. So betrachtet die Präsentation "In Review. The First Decade of Video Art in Kosovo" die Entwicklung der Videokunst als zentrales ästhetisches Element der zahlreichen Übergänge des Landes. Ein Schwerpunkt liegt dabei darauf, wie Künstlerinnen und Künstler das Medium in den Nachkriegsjahren nutzten, um traumatische Kriegserfahrungen zum Ausdruck zu bringen, dabei Genderdisparitäten in einer männlich dominierten Gesellschaft herausarbeiteten und aufkeimende Vorstellungen des Nationalen in den Jahren bis zur Unabhängigkeit des Kosovo im Jahr 2008 sondierten. Das Gespräch bietet darüber hinaus Einblick in Krasniqis Rechercheprozess und die Referenzmaterialien, die sie in der Studienbibliothek von Camera Austria konsultierte.
IN REVIEW. THE FIRST DECADE OF VIDEO ART IN KOSOVO
Präsentation von Erëmirë Krasniqi
Dienstag, 27. Jänner 2026, 18 Uhr
Ort: Camera Austria, Lendkai 1, 8020 Graz
Eintritt frei!
Zur Person
Erëmirë Krasniqi ist in Pristina geboren und aufgewachsen und studierte von 2009 bis 2013 Kunst und Ästhetik sowie Literatur und Rhetorik am Bard College Berlin. Anschließend absolvierte sie 2014-2015 einen Master in Vergleichender Literaturwissenschaft am Dartmouth College in New Hampshire, wo sie sich auf nichtlineare Zeitlichkeit in feministischen Utopien der 1970er-Jahre konzentrierte. Vor diesem multidisziplinären Hintergrund kehrte sie nach Pristina zurück und beteiligte sich gemeinsam mit einer Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und Aktivistinnen und Aktivisten verschiedener Generationen an der Entwicklung von Oral History Kosovo, einer Forschungsplattform, die sich kritisch mit verschiedenen Formen des Erzählens, Erinnerns und Archivierens auseinandersetzt.
Als freie Kuratorin leitete und kuratierte sie Projekte für die Nationalgalerie des Kosovo, die Nationale Kunstgalerie in Tirana, die Manifesta 14 und die 39. EVA International in Irland. Besonders hervorzuheben ist ihre Kuration des Pavillons der Republik Kosovo bei der 60. Biennale di Venezia, der mit einem Sonderpreis der Biennale ausgezeichnet wurde.
