Landesausstellung neu: Regionale Kulturfestivals
Landesausstellungen haben sich in ihrer bisherigen Form überlebt, was nicht nur die rückläufigen Besucherzahlen beweisen. Sie waren wertvoll, allerdings wurden touristische und wirtschaftliche Funktionen jahrzehntelang zu 100% aus dem Kulturbudget finanziert. Aufgabe der Kulturmittel des Landes sind allerdings die Stärkung von Kunst und Kultur. Die seit 1980 betriebene Jährlichkeit der Landesausstellungen bedeutete starken thematischen Stress und bedrohte die Qualität.
Daher hat LH-Stv. Kurt Flecker bei seinem Amtsantritt als Kulturreferent vor einem Jahr eine grundlegende Erneuerung angekündigt. In Abstimmung mit dem Kulturreferenten wurde vom Landeskulturbeirat ein neues Konzept für regionale Kulturfestivals im Zweijahresrhythmus ab 2008 erstellt: „Der Schwerpunkt liegt auf zeitgenössischer Kunst, künstlerische und soziokulturelle Ansätze sollen zu einem zukunftsorientierten regionalen Dialog führen. Das künstlerische Potential einer Region kann in Austausch mit internationalen künstlerischen Positionen treten. Die Veranstaltungen werden eine Nahtstelle von Kunst und Alltagsleben darstellen, neue Räume bespielen und die Bevölkerung in eine Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und künstlerischen Themen einbeziehen.“ Die Festivals stellen natürlich auch eine materielle Unterstützung für die regionalen Kulturinitiativen dar.
Interessierte Regionen (eine oder mehrere Gemeinden) legen Projektkonzeption, Finanzierungsplan, Dauer und Thema des Projekts und die eingebundenen Institutionen vor. Eine Expertenjury sucht gemeinsam mit der Landesregierung eine Intendantin / einen Intendanten und ein regionales Projekt aus. Die Intendantin / der Intendant (kein Vollzeitjob) fungiert als Anwalt der Qualität, ihm steht ein regionaler Koordinator vor Ort als „Mediator“ zur Seite. Das Budget beträgt maximal € 4 Mio. pro Festival (2 Mio. jährlich).
„Grundsätzlich sind Quote und Umwegsrentabilität nicht entscheidend für den Wert kulturellen Schaffens“ ist Kurt Flecker überzeugt. „Kunstschaffen darf nicht von fehlenden persönlichen finanziellen Ressourcen verhindert werden, aber auch nicht vom geografischen Standort. Kulturpolitik muss ermöglichen, Kulturpolitik muss Raum schaffen, Kulturpolitik muss Schwellen abbauen. Regionale zeitgenössische Kultur braucht Raum und Boden zum Wachsen, die Steiermark soll sich international als flächendeckend lebendiges Kulturland präsentieren.“
Graz, am 24. November 2006

