Zeugin der Grazer Kulturvielfalt

Beschäftigt man sich mit der dem Grazer Kunst- und Kulturleben, trifft man bei der Berichterstattung immer wieder auf einen Namen: Lena Prehal. Kaum eine Grazer Fotografin hat die Festivals, Ausstellungen und anderen kulturellen Veranstaltungen der Stadt gleichermaßen umfangreich dokumentiert wie sie.

Lena Prehal
Lena Prehal© Hannah Antonia Lafer

Ob es um Ausstellungen im Graz Museum, Veranstaltungen im Forum Stadtpark oder Festivals wie das Elevate und die Diagonale geht - die Fotografin und Kulturanthropologin Lena Prehal ist mit ihrer Kamera ein fester Bestandteil der lokalen Kunst- und Kulturszene. Dabei sind ihre Werke keine bloße Dokumentation des Gezeigten, sondern geben den Betrachterinnen und Betrachtern einen weitaus tieferen, fast schon intimen Einblick in das Geschehen. So entsteht selbst bei denen, die eine Veranstaltung verpasst haben, dank Prehals Bildern das Gefühl, zumindest auf eine gewisse Art und Weise Teil davon zu sein.

Rezipienten im Mittelpunkt

Bei ihren Dokumentationen fokussiert sich die Fotografin auf die Wechselwirkung zwischen Kunstwerken und Menschen. Mit einfühlsamer Nähe zeigt sie die Reaktionen des Publikums und macht es damit selbst zum Thema ihrer Arbeit. Schließlich sind die geweckten Emotionen für die Kunst von unermesslicher Bedeutung, entfaltet sie doch erst durch ihre Rezeption eine nachhaltige Bedeutung für die Gesellschaft. Auch die zahlreichen Portraits von Künstlerinnen und Künstlern zeugen von Prehals klarem Blick auf die Person. Sie beweisen, dass sich die Fotografin bei ihrer Arbeit auf das Wesentliche konzentriert, ohne dabei jene Details zu übersehen, die das Wesen eines Menschen beim bloßen Betrachten seines Fotos erahnen lassen.

Das enge Band zwischen Mensch und Kunst ist Prehal, die 1989 in Graz geboren wurde, bereits seit ihrer frühesten Kindheit vertraut. Sie ist als Tochter der Glaskünstler Renate und Fritz Prehal aufgewachsen, die mit ihrem Werkhaus in Kainach bei Voitsberg einen Ort des Schaffens sowie für Ausstellungen hervorgebracht haben und damit einen wesentlichen Beitrag zum kulturellen Leben der Region leisten.

Arbeit im Verborgenen

Wenn es um ihre persönlichen Arbeiten geht, hält sich Prehal jedoch bedeckt. Obwohl die Kainacherin mit einer beachtlichen Anzahl an Ausstellungsbeteiligungen aufwarten kann, sucht man die Exponate online vergeblich. Fast erscheint es, als wolle sich die Fotografin dem digitalen Zur-Schau-Stellen bewusst entziehen. So bleibt selbst ihr Instagram-Kanal -ein von anderen Künstlern zum Zwecke der Selbstdarstellung so rege genutztes Medium - leer.

Mit September 2022 tut sich für die Künstlerin ein neues Kapitel auf, denn sie verlässt die Stadt, deren kulturelles Leben sie mit solcher Konsequenz festgehalten hat und verlegt ihren Lebensmittelpunkt nach Berlin. Ein Schritt, der in der Steiermark eine spürbare Lücke hinterlassen wird.

Anna Lisa Kiesl
Stand: September 2022

 

Bei der Eröffnung von Elevate 2020 im OrpheumDie Filmemacher Elsa Kremser und Levin Peter auf der Murinsel In der Ausstellung „Hätte, hätte, Fahrradkette ...“,
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