Link zur Startseite

„Strategien für die Zukunft – ein künstlerischer Beitrag zur Flüchtlingskrise“

Grenzüberschreitende Kunst- und Kulturprojekte 2016

Elf Projekte werden bis Juni 2017 erarbeitet und umgesetzt:

„Frames of War" (Katharina Swoboda)
Vier KünstlerInnen, Janos Brückner (Budapest/Berlin), Azahara Ceharo (Barcelona), Joe Joe Orangias (New York) und Katharina Swoboda (Graz/Hamburg), die das Projekt auch kuratiert, beschäftigen sich mittels des Konzepts von „Framing", angeregt durch die Lektüre der amerikanischen Philosophin Judith Butler und ihr Werk „Frames of War", mit den aktuellen Migrations- und Flüchtlingsbewegungen.
Aus der Projektbeschreibung: „Hierbei werden politische Konzepte des „Einrahmens", „Eingrenzens", und „Abschottens" Europas gleichsam mit einer Reflektion über die „Rahmenbedingungen" dieser nationalen Bestrebungen selber auf künstlerische Weise reflektiert."
Geplant sind Screens, Artist Talks sowie eine Ausstellung in der „Everybody Needs Art" Galerie in Budapest sowie eine Fotoausstellung in der Fotogalerie im Grazer Rathaus.
Externe Verknüpfung http://katharinaswoboda.net


„Girls United Austria" (Sonja Sawoff)
Die Sängerin realisiert gemeinsam mit den Musikerinnen Vesna Petkovic und Viktoria Reitinger fünf Musikworkshops für junge Mädchen zwischen 13 und 19 Jahren. Pro Workshop können 14 bis 18 Mädchen, die Österreicherinnen als auch Asylwerberinnen sind, teilnehmen. „Es handelt sich um ein musikalisch künstlerisches Projekt zur Überbrückung sprachlicher, sozialer und kultureller Barrieren." Ziel sei es, Raum für kreatives Schaffen und kulturellen Austausch zu ermöglichen. Die erarbeiteten Projektinhalte werden am Ende eines jeden Workshops an verschiedenen Plätzen in Graz präsentiert und über soziale Netzwerke im Internet veröffentlicht.

Externe Verknüpfung Workshop November 2016 (Youtube)>>>




„Common Ground" (InterACT - Werkstatt für Theater und Soziokultur)
Der gemeinnützige Verein InterACT wurde 1999 begründet, mit dem Ziel Theater und szenisches Spiel den Menschen zugänglich und für eine Kultur des Zusammenlebens nutzbar zu machen. In erster Linie werden interaktive Theaterformen wie das Forumtheater nach Augusto Boal, brasilianischer Theaterpädagoge, als ästhetisches Mittel verwendet. In den letzten Jahren spielte die Thematik „Transkulturelles Zusammenleben" in vielfältigen Projekten eine zentrale Rolle. Dieses Projekt wird mit Partnern aus Ungarn, Kroatien und Slowenien realisiert. Zum „Common Ground", ein Theaterlabor, werden unterschiedlichste AkteurInnen eingeladen, die Probleme, Erfahrungen im Flüchtlings- und Migrationsbereich in theatrale Bilder und Szenen transformieren: Durch Interventionen im öffentlichen Raum sowie über Internetradio werden die erarbeiteten Themen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Externe Verknüpfung http://www.interact-online.org/interact


„No-man´s-land" (uniT/ KUNSTLABOR GRAZ)
Einen Ausgangspunkt bildet das Stück „Hin und Her" von Ödön von Horvath: Die Hauptfigur des Stücks Ferdinand Havlicek befindet sich auf einer Brücke, im Niemandsland zwischen zwei nicht näher benannten Ländern. Aus dem einen Staat, in dem er 50 Jahre gelebt hat, muss er weg und in das andere Land, sein Geburtsland, kann er nicht einreisen. So befindet er sich zwischen zwei Welten und kann weder hin noch her.
Gemeinsam mit dem Teatri ODA in Pristina wird dieses Stück künstlerisch überdacht und überschrieben - in der Reflexion des Begriffes „Zugehörigkeit". Damit werden unterschiedliche Positionen von Belonging-Zugehörigkeit thematisiert und Verständigung offenbart. Acht KünstlerInnen (Autorin/Regisseurin, Tänzerin/Choreografin, Schauspielerinnen, Musiker, Kostüm- und Bühnenbildnerin, Theatermacher und Dramaturgin) arbeiten am Projekt, das in Graz und Pristina aufgeführt wird.
Externe Verknüpfung http://www.uni-t.org/


„The Long And Winding Road" (Verein Tanztheater und Bühnenwerkstatt Graz)
Ein Projekt der interkulturellen und interzeitlichen Begegnung:
Drei Flüchtlinge, drei TänzerInnen der Tanzkompanie des Nationals Balletts Pristina (Kosovo) sowie drei internationale TänzerInnen in Graz (Tanzkompanie BWST - Bühnenwerkstatt) erarbeiten unter der Begleitung des Choreographen Darrel Toulon ein zeitgenössisches Theaterstück, in dem Flüchtlingsschicksale, die Suche nach Identität neu erzählt wird. Ist dies ein Weg in die Zukunft oder in die Vergangenheit? „Ziel ist es, dass durch den zeitgenössischen Tanz eine Wertvermittlung durch Kunst und die künstlerische Tätigkeit für die geflüchteten Menschen geschieht."
Zugrunde liegen diesem Projekt zwei weitere Projekte: „Through the open Door" - war ein Projekt Toulons, in dem er die Lebensgeschichten junger Menschen aus der ganzen Welt, die im Grazer St. Andrä Viertel vorübergehend beheimatet sind, tänzerisch und performativ übersetzt hat.
Das andere Projekt ist die Aufführung von „Romeo und Julia" mit der Tanzkompanie des National Ballett aus dem Kosovo, in dem der Schauplatz der Fehde auf eine Blutrache zwischen Serben und Albaner verlegt wird.
„The Long and Winding Road" wird 2017 in Graz und in Pristina aufgeführt.
Externe Verknüpfung http://www.buehnenwerkstatt.at/


„Servus & Grias di - Touren mit dem mobile mapper" (MO:YA VISUALS - Verein zur Förderung von Medienkunst und audiovisueller Kunst)
Das von den Design-Studenten Werner Huber, Roland Mariacher und Attila Primus gegründete Medienkunstkollektiv erforscht die Beziehung von Raum, Objekt und Betrachter mittels digitaler Medien und stellt die gewonnenen Erkenntnisse in den Kontext interaktiver Installationen. Gemeinsam mit dem Forum Ljubljana - Institute for Art and Cultural Production (weitere internationale Kooperationspartner sind angedacht) werden spezielle Touren durch das jeweilige Stadtgebiet mit dem „mobile mapper" kreiert. Der „mobile mapper" besteht aus einem lichtstarken Beamer auf einem Elektrolastenfahrrad, der durch die Stadt gecruist wird, und der auf verschiedensten Gegenständen und Bauten projiziert werden kann. Die Projektionen selbst zeigen fremdländisch aussehende Menschen, die im gewohnten Österreichisch grüßen und reden, andererseits werden heimisch wirkende Menschen gezeigt, die in extremen Dialektformen sprechen, die fremd wirken. Dadurch wird die Polarität „fremd" und „vertraut" hinterfragt. Zu sehen wird es den „mobile mapper" in verschiedenen steirischen Orten, in Slowenien als auch in Ungarn (geplant) geben.
Externe Verknüpfung http://www.moya-visuals.com/
Externe Verknüpfung http://servus-griassdi.at/'


„PHONART_THE SONIC TRACES OF REFUGEES" (enterprise Z Kultur- und Eventverein zur Realisation von intermedialen Projekten in und für den öffentlichen Raum)

Phonart ist ein Sound-Art-Radiokunst-Projekt, dass initiiert von Mia Zabelka, seit 2010 sich musikalisch experimentell mit den im Verschwinden begriffenen marginalen Sprachen Europas befasst. Das aktuelle Projekt setzt sich künstlerisch mit der Flüchtlingsbewegung am Balkan auseinander: „Die Aufzeichnungen der Flüchtlingswege dienen dabei als grafische Partitur eines für dieses Projekt speziell formierten Ensembles von MusikerInnen, KlangkünstlerInnen, bildende KünstlerInnen und LiteratInnen aus Österreich und den Balkanländern. Auch Zäune, Grenzlinien, Chaos an den Grenzen, Flüchtlingslager etc. werden als grafische Elemente in die Vertonung einbezogen. Aufgeführt wird Phonart in Tolmin (Slo) und im Klanghaus Untergreith.
Externe Verknüpfung http://www.klang-haus.at/


„MENSCHEN-RECHTE wörtlich nehmen" (mur.at - Verein zur Förderung von Netzwerkkunst)

2001 beschloss der Grazer Gemeinderat, dass Graz zur ersten Menschenrechtsstadt Europas werden soll, und dass in allen Gemeinderatsbeschlüssen das Thema Menschenrechte berücksichtigt werden soll. Das ist eine Grundlage für das Projekt des Netzwerkkünstlers Jogi Hofmüller (mur.at): „Ziel des Projekts „MENSCHENRECHTE wörtlich nehmen" ist es, mit den Mitteln aktueller Kunst Erfahrungs- und Begegnungsräume zu schaffen, die einen Perspektivenwechsel und einen inhaltlichen Austausch zwischen gesellschaftspolitisch engagierten KünstlerInnen und JuristInnen (Lehrende und Studierende) und der Öffentlichkeit ermöglicht." Die erarbeiteten „Einschaltungen im öffentlichen Interesse" werden auf den Infoscreens der öffentlichen Verkehrsmittel als auch am Jakominiplatz in Graz zwischen den Nachrichten und Informationen auftauchen und die Alltagswahrnehmung aufwecken.
Externe Verknüpfung http://mur.at/


„Inverting Battlefields - for a boarderless future" (XENOS - Verein zur Förderung der soziokulturellen Vielfalt)
Joachim Hainzl begibt sich gemeinsam mit der im Iran geborenen Künstlerin Maryam Mohammadi und Nayari Castillo auf die Suche nach Orten in Europa, die Gemeinsamkeiten mit aktuellen zerstörerischen Kräften haben: Symbolische Orte, die Narben von Konflikten tragen oder auch Orte im europäischen Kulturraum, die geprägt von noch offenen Konflikten sind. Zugrunde liegt diesem international ausgerichteten Projekt die Werte- und Identitätskrise, die in Europa herrscht. Mit vielen KooperationspartnerInnen gemeinsam wird durch künstlerische Interventionen im öffentlichen Raum, Ausstellungen sowie eine Publikation das Manifest „For a Borderless Future" erarbeitet. Mit dabei: Ljubljana, Rijeka, Vukovar, Sarajevo, Višegrad, Graz, Wagna, Skopje, Novi Sad, Priština und andere.
Externe Verknüpfung http://www.verein-xenos.net/


„TEMPEL TREFF" (Kathrin Velik)
Die bildende Künstlerin und Kunsttherapeutin wird in der Wartehalle des Kopfbahnhofs Bad Gleichenberg eine soziale Plastik errichten: 126 Flüchtlinge gestalten gemeinsam mit Einheimischen ein Kunstwerk, Assemblagen ihrer persönlichen Heiligtümer („das Wahre, Wertvolle und Geliebte"). „Eine Mischung aus heimischer und orientalischer Verschönerungskultur entsteht, die auf kuriose Weise sehr formale Unterschiede, aber sehr ähnliche Aussagen haben. Der Zweck der sozialen Plastik ist die wechselseitige Annäherung an das jeweils Andere - Fremde und durch ein gemeinsames Werk auch das Entstehen von engen Kontakten und Freundschaften", heißt es in der Projektbeschreibung.
Präsentationen, Workshops und Art Brunches mit dem Schaumbad - Freies Atelierhaus Graz und den internationalen Kooperationspartnern in Bad Gleichenberg, Belgrad und Novi Sad vertiefen das Programm des „Tempel Treff". 
 
  
 
  „satz 36: bitte helfen sie mir dann, den Ausgang zu finden" (Ewald Gfrerer)
Gemeinsam mit anderen KünstlerInnen (Severin Hirsch, Edgar Sorgo) reist Ed Gfrerer mit der SPÖ-Bezirksrätin/Graz-Jakomini Reti Azema in ihre Heimatstadt Korca in Albanien, eine Stadt außerhalb des Schengenraumes. Seit der Schließung der Balkanroute ist das Dreiländereck Albanien, Griechenland und Mazedonien unter immensen Druck. Für viele AlbanerInnen ist Deutschland nach wie vor ein Sehnsuchtsort: „deutsch-albanische sprachführer bereiten sie mit sätzen wie ‚hart arbeiten und viel glück‘ oder ‚bitte helfen sie mir dann den ausgang zu finden‘ auf ihr erträumtes zukünftiges vor. "
Der Perspektivenwechsel von außen nach innen steht für Gfrerer, der an die europäische Erneuerungskraft glaubt, im Mittelpunkt dieser Reise, die filmisch dokumentiert und festgehalten wird, und deren Reisebericht in Graz präsentiert wird.

War diese Information für Sie nützlich?

Danke für Ihre Bewertung. Jeder Beitrag kann nur einmal bewertet werden.

Die durchschnittliche Bewertung dieses Beitrages liegt bei ( Bewertungen).