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Kulturlandesräte tagen in Graz

Umfassende Spendenabsetzbarkeit im Kulturbereich gefordert

Kulturlandesrat Dr. Christian Buchmann (2.v.l.) mit seinen Kollegen Dr. Christian Bernhard (Vorarlberg, 1.v.l.), Helmut Bieler (Burgenland, 2.v.r.) und Dr. Josef Pühringer (Oberösterreich, 1.v.r.). © Miriam Raneburger
Kulturlandesrat Dr. Christian Buchmann (2.v.l.) mit seinen Kollegen Dr. Christian Bernhard (Vorarlberg, 1.v.l.), Helmut Bieler (Burgenland, 2.v.r.) und Dr. Josef Pühringer (Oberösterreich, 1.v.r.).
© Miriam Raneburger
Graz, 20. Mai 2016 - Auf Einladung von Kulturlandesrat Dr. Christian Buchmann tagten gestern und heute die Kulturlandesräte unter steirischem Vorsitz in Graz. Auf Antrag der Steiermark wurde vom Bund eine Erleichterungen bei der Absetzbarkeit von Spenden gefordert sowie eine stärkere Vernetzung der Atelierprogramme der Bundesländer beschlossen.

Nach wie vor ist es Unternehmen, Wirtschaftstreibenden und Sponsoren nur möglich, jene Kunst- und Kulturinstitutionen umsatzsteuerfrei zu unterstützen, die einen entsprechenden Vermerk dazu in der sogenannten Transparenzdatenbank haben. Für diese Eintragsmöglichkeit gibt es aber kein bundesweit einheitliches Vorgehen. Obwohl das dafür notwendige Gemeinnützigkeitsgesetz 2015 verabschiedet worden ist, sorgen bürokratische Hürden und fehlende personelle Ressourcen dafür, dass vielen österreichischen Kunst- und Kulturinstitutionen der Eintrag in die Transparenzdatenbank und somit unternehmerische finanzielle Unterstützung verwehrt bleibt. Buchmann forderte bei der Landeskulturreferentenkonferenz eine einheitliche Vorgehensweise der Länder: „Wir müssen im Sinne der Kunst- und Kulturschaffenden gemeinsam eine möglichst unbürokratische Abwicklung bei der Eintragung in die Transparenzdatenbank sicherstellen und so die Spendenabsetzbarkeit im Kulturbereich ausweiten und erleichtern", so der Landesrat.

Ein weiteres Thema, das von der Steiermark in die Landeskulturreferentenkonferenz eingebracht wurde, ist die „Erfassung aller Atelierprogramme in Österreich". Allein das Kulturressort des Landes Steiermark vergibt jedes Jahr über 40 Stipendien- und Atelierplätze: Neben dem regionalen Atelierprogramm „Kunstraum Steiermark", den internationalen Atelier-, Film- und Artist-in-Europe-Stipendien für steirische Kunst- und Kulturschaffende zählt auch Styria-Artist-in-Residence (St.A.i.R) zu den Atelierprogrammen des Landes, bei dem 20 internationale Künstlerinnen und Künstler pro Jahr in die Steiermark kommen und angebunden an eine steirischen Kulturinstitution tätig sind. „Wir ermöglichen mit unseren Atelierprogrammen einerseits den heimischen Künstlerinnen und Künstlern die Vernetzung mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Ausland, anderseits können wir den internationalen Kunstschaffenden die Steiermark als vielfältiges Kulturland präsentieren. Da es auch in den übrigen Bundesländern ein breites Angebot an Atelierprogrammen gibt, wollen wir in Zukunft verstärkt Synergien nutzen und auch Kooperationen zwischen den einzelnen Ländern eingehen", so Buchmann.

Die Steiermark hat nun - mit Beschluss der Landeskulturreferentenkonferenz - die Koordination übernommen. Buchmann: „Wir werden gemeinsam mit allen Kulturabteilungen der Bundesländer und dem Bundeskanzleramt die Potenziale der einzelnen Programme erheben und Synergie- und Kooperationsmöglichkeiten erörtern, die den heimischen Kunst- und Kulturschaffenden zu Gute kommen."

Am Rande der Landeskulturreferentenkonferenz spricht Buchmann eine Einladung an den neuen Kulturminister aus, sich bald persönlich ein Bild von der hohen Qualität steirischen Kunst- und Kulturschaffens zu machen. „Es ist endlich an der Zeit, die Steiermark bei den Kulturförderungen des Bundes fair zu behandeln. Die Steiermark leistet rund 13 Prozent der österreichischen Steuereinnahmen, aus dem Kulturbudget des Bundes fließen gerade einmal 4,6 Prozent in unser Bundesland. Ich hoffe, dass dem neuen Kulturminister künstlerisches und kulturelles Schaffen außerhalb Wiens ein größeres Anliegen ist, als dies bei seinen Vorgängern der Fall war und er die Benachteiligung der Steiermark beendet", so Buchmann.