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Erfolgreiches zweites Jahr für das Künstlerhaus

Landesrat Dr. Christian Buchmann und Direktor Sandro Droschl, vor einer Arbeit von Christina Tsilidis. © Alexander Danner
Landesrat Dr. Christian Buchmann und Direktor Sandro Droschl, vor einer Arbeit von Christina Tsilidis.
© Alexander Danner

Graz, am 15.12.2014 - Eine erfolgreiche Bilanz über das zweite Jahr des Künstlerhaus, Halle für Kunst & Medien zogen heute Kulturlandesrat Dr. Christian Buchmann und Direktor Sandro Droschl. Auch für 2015 ist ein vielfältiges Programm geplant, mit dem die Positionierung des Künstlerhauses als überregional sichtbare Institution für neue Gegenwartskunst weiter gestärkt werden soll.


„Sandro Droschl hat mit seinem Team in den letzten beiden Jahren gute Arbeit geleistet und das Künstlerhaus im Sinne des neuen kulturpolitischen Auftrags erfolgreich positioniert. Ich habe daher der Landesregierung vorgeschlagen, den Vertrag mit dem Kunstverein Medienturm um weitere zwei Jahre zu verlängern und freue mich, dass die Regierung meinem Vorschlag einstimmig gefolgt ist. Der Kunstverein Medienturm wird damit auch in den Jahren 2016 und 2017 für die Führung und den Betrieb des Künstlerhauses zuständig sein", so Landesrat Buchmann. Die Verlängerung wurde vom Kulturkuratorium nach einer Evaluierung empfohlen.

2014 wurden vier Gruppenausstellungen, acht Einzelausstellungen und zwei Projekte realisiert, die von einem Rahmenprogramm mit 47 Veranstaltungen begleitet wurden. In den Ausstellungen waren Arbeiten von insgesamt 64 internationalen, 123 österreichischen und davon 112 steirischen Künstlerinnen und Künstlern zu sehen. 2014 haben voraussichtlich rund 13.500 Besucherinnen und Besucher das Künstlerhaus besucht - um rund 1.000 bzw. 7,5 Prozent mehr als 2013.

„In den ersten beiden Programmjahren seit der Wiedereröffnung ist es gelungen, das Künstlerhaus als Hotspot für zeitgenössische Kunst zu etablieren. Damit trägt das Künstlerhaus auch wesentlich dazu bei, die Steiermark im Ausland als vielfältiges Kulturland sichtbar zu machen. Ich gehe davon aus, dass diese Position in den kommenden Jahren weiter gefestigt wird", so Buchmann.

Mit der programmatischen Verschränkung von heimischen und internationalen Positionen wird aktuellen internationalen Entwicklungen im Bereich der zeitgenössischen Kunst Rechnung getragen. Dies wirkt auf die lokalen Szenen zurück und macht das Künstlerhaus zu einem Player mit lokaler und internationaler Relevanz. Daher wird insbesondere die steirische und österreichische Kunstszene mit Produktions- und Präsentationsmöglichkeiten unterstützt. Angestrebt wird ein stärkerer Austausch einzelner Künstlerinnen und Künstler sowie und Kunstszenen im In- und Ausland. Die Ausrichtung des Künstlerhauses orientiert sich dabei an international gängigen Kriterien und Ansprüchen, die der Präsentation zeitgemäßer Fragestellungen, wie von aktuellen künstlerischen Strömungen und spannenden künstlerischen Positionen gewidmet ist. Dies soll durch die Einbindung vielversprechender heimischer KünstlerInnen in eine international ausgerichtete Programmatik - denn es gibt nur eine Kunst und die spricht ihre Sprache - und eine engagierte kuratorische und organisatorische Betreuung gewährleistet sein.
Für 2015 wird eine weitere Steigerung der Besuchszahlen angestrebt, dafür werden mehrere Maßnahmen ergriffen. Die wichtigste liegt in einer kontinuierlichen Zunahme der inhaltlichen Relevanz und Ausstrahlung der Institution, um so verstärktes öffentliches Interesse zu erreichen. Eine verbesserte Zugänglichkeit wird mit einer um eine Stunde verlängerten Öffnungszeit von Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr und den langen Donnerstagen von 10 bis 20 Uhr angeboten, wodurch gerade Gruppen von Schülerinnen und Schülern sowie Studentinnen und Studenten gezielter angesprochen werden sollen. Entgegen der üblichen Vorgangsweise werden die Eintrittspreise vergünstigt, der bislang reguläre Eintritt sinkt von 5 auf 4 Euro, die ermäßigten Eintritte für Schülerinnen und Schüler sowie Studierende sinken von 3 auf 2 Euro, ebenso wird der Gruppeneintritt um 1 Euro pro Person ermäßigt. Die Führungen sind nach wie vor ohne Aufpreis zu buchen, so kostet der Eintritt für Schulklassen inklusive Führung 1 Euro pro Schüler. Die Veranstaltungsreihe „An Art Days Night" wird inhaltlich ausgebaut und ist jeweils donnerstags ab 18 Uhr kostenfrei zu besuchen.

Direktor Droschl verweist auf die wechselvolle Geschichte und spezifische Architektur des Hauses, was den Ansporn hin zu einer zeitgemäßen spannenden Nutzung des Künstlerhauses zusätzlich erhöht: „Gerade der vermeintliche Gegensatz einer modernistischen Architektur des Gebäudes mit seiner teils herausragenden Ausstellungsgeschichte und einer zeitgenössischen Ausrichtung hin zu einem Haus für neue Kunst stellt sich als spannende Konstellation heraus, der sich das Künstlerhaus als Herausforderung stellt. Hier fanden erste größere Ausstellungen von für die jüngere Generation wesentliche KünstlerInnen wie Albert Oehlen (1987) oder Cosima von Bonin (2002) statt, aber auch wichtige Themenausstellungen wie Ambiente/Environment (1967), Kontext Kunst (1993) oder Inklusion: Exklusion (1996). Diese für die Steiermark und Graz als einst progressives Aushängeschild der österreichischen Kunstszene zentralen Ausstellungen wurden von externen Partnern wie der Dreiländerbiennale Trigon, der Neuen Galerie, dem steirischen herbst und dem Grazer Kunstverein organisiert, das Künstlerhaus selbst konnte durch eine ansonsten wenig entwickelte Ausstellungspolitik kaum eigenes Profil entwickeln. Das neue Künstlerhaus möchte diese Vorgabe durch eine nun kontinuierlich entwickelte Programmatik auf hohem Niveau und mit internationaler Ausrichtung annehmen, die jüngere und einem größeren Publikum noch weniger bekannte Positionen gemeinsam mit etablierten KünstlerInnen zeigt und diese unter Einbindung hervorragender heimischer Produktionen in einen internationalen Kontext setzt."

Mittelfristiges Ziel ist es, das Künstlerhaus zu einer überregional profilierten Institution für neue Gegenwartskunst zu entwickeln, somit offensiv und nachhaltig zu positionieren. Dafür nötig ist eine weitere inhaltliche Festigung der bislang erreichten Position im regionalen und internationalen Kunstgeschehen, eine Erhöhung der künstlerischen Eigenproduktionen, sowie eine Vertiefung des inhaltlichen Diskurses und der begleitenden Publikationstätigkeit.

Das Programmjahr 2015 verspricht wiederum ein fortlaufendes Arbeiten auf hohem Niveau und einige Höhepunkte, die die gesteckten Zielen veranschaulichen: Noch im Jänner ist eine raumgreifende Produktion des jungen Grazer Künstlers Philipp Timischl zu sehen, der aktuell international für einiges an Aufsehen sorgt. Der jährliche Ausstellungsreigen der Künstlervereinigungen geht mit einer Interpretation der „News from Nowhere" nach William Morris seinem erfolgreichen Ende entgegen. Danach zeigt das Künstlerhaus zeitgleich vier Einzelpositionen und kommt dem Anspruch eines Artist Centers mit großteils neuen Produktionen nahe. In einer eigens realisierten Sound-Arbeit reagiert der renommierte deutsche Künstler Florian Hecker auf Skulpturen eines der Heroen des Post-Minimal, dem 2011 verstorbenen US-amerikanischen Bildhauer John McCracken. Die Belgraderin Jelena Jureša zeichnet das Leben einer Jugoslawin nach, in dem Utopie, Wirklichkeit und Zerfall des Vielvölkerstaat in einer sehr persönlichen Lesart mit Video und Fotografie dargestellt wird. Im März folgt mit DIDING, eine umfangreiche Ausstellung zum Post-Digitalen, die das Internet der Dinge und die Folgen digitaler Konzeption im analogen Ausstellungsraum in den Blick nimmt. Im Sommer läuft die vielfältige internationale Ausstellung „wow! Woven? Entering the (sub)Textiles", die das Textile als Medium und Material diskutiert und in einer umfangreichen Präsentation zeigt. Zum steirischen herbst zeigen wir eine erste größere Retrospektive des Werkes von Jörg Schlick, dessen 10. Todestag sich im Dezember jähren wird. Die Ausstellung wird mit einem umfassenden Werkkatalog begleitet. Die Publikationstätigkeit spielt insgesamt eine wichtige Rolle zur Dokumentation und weiterer Reflexion der Ausstellungen. Der Ausstellungsreigen der Künstlervereinigungen wird das veranstaltungsreiche Ausstellungsjahr 2015 mit einer Interpretation eines Literaturklassikers abschließen. Parallel dazu lässt Flora Neuwirth ebenfalls zu Jahresende ihr legendäres Projekt „clubblumen" wieder auferstehen, diese soziale Skulptur Wiens reanimieren und darin auch Werke befreundeter KünstlerInnen integrieren.