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The Sound of Sound

Dganit Elyakim, Israel | Musik, Installation, Performance, Neue Medien (St.A.i.R. 2018)

Sapir © Dganit Elyakim
Sapir
© Dganit Elyakim
Show-Live Improvisation © Dganit Elyakim
Show-Live Improvisation
© Dganit Elyakim

(Künstlerische Betreuung: Afro-Asiatisches Institut)

Die israelische Komponistin und Performerin findet das Elektronikstudio der Grazer Kunstuniversität überwältigend, einzigartig geradezu.

Überhaupt ist die humorvolle Frau, wenn sie über ihre Arbeit spricht, sprühend und zieht die Zuhörer in ihren Bann. Es geht dabei um Aspekte analoger und digitaler Paradigmen, die sie in ihren Arbeiten zusammenführt oder besser konfrontiert. In einem Nebensatz erwähnt sie in der Diskussion mit dem Komponisten-Kollegen Petros Leivadas aus Thessaloniki, dass ihre Familie auch aus dieser Stadt komme. Vor dem Einmarsch der Nazis seien sie nach Israel geflohen. Betroffenheit entsteht aus der Leichtigkeit, mit der sie diesen schweren Satz sagt.

Dganit Elyakim hat in Tel Aviv und Den Haag Komposition studiert; mittlerweile ist sie in der zeitgenössischen internationalen Musikszene angekommen. Ihr Oeuvre ist experimentell und reicht von Kompositionen für Stimme, Kammerensembles über Elektroakustik, Tanz, Neue Medien, Performance und Video. In ihre Werke integriert sie die Audioarchive des Internets: So hat sie beispielsweise eine WEB-Operette für das Internet geschrieben.

Weltweit nimmt sie an prestigeträchtigen Festivals teil und bildet gemeinsam mit den KünstlerInnen Eran Hadas und Batt-Girl das Kollektiv „Turing Dames". In dieser Konstellation hat sie an zahlreichen Festivals wie der Ars Electronica Linz, dem Print Screen Festival in Holon, im Tel Aviv Museum of Art und im Science Museum in Jerusalem teilgenommen.

Dganit Elyakim lehrt in Tel Aviv Komposition und freut sich besonders über weibliche Studierende. Ihnen sagt sie, dass sie einmal die „Ahninnen der Komposition" sein werden, denn es sei noch immer so, dass vorwiegend Männer Komposition studieren. Die Szene für zeitgenössische Musik sei in Israel sehr stark, meint sie, zwei Hochschulen und zwei Festivals seien in dem kleinen Land etabliert.

In ihrer dreimonatigen Residenzzeit in Graz hat Dganit Elyakim, die auch gerne mit Performance und Neuen Medien arbeitet, ein sechsteiliges Werk - einen sechsteiligen Parcours - geschaffen, das sie The Sound of Sound nennt. Hören in einer Gruppe, die Beschäftigung mit Sound und Musik stehen im Mittelpunkt des Projekts.

Was ihr in Graz gefällt, sind die sehr guten Voraussetzungen für zeitgenössische Komposition und insbesondere die Möglichkeiten der Kunstuniversität. Eine Wiederkehr für ein PhD ist für sie nicht ausgeschlossen.

Von Graz aus reist Dganit Elyakim weiter nach Warschau, wo sie beim 63. Festival für zeitgenössische Musik „Warschauer Herbst" eine Performance aufführt. Das Festival sei besonders, erklärt Dganit Elyakim, denn Warschau will sich experimenteller und interdisziplinärer positionieren.

Dganit Elyakim
Geboren 1977 in Israel, lebt in Tel Aviv. Studium an der Universität Haifa und am Koninklijke Conservatorium Dan Haag. Zahlreiche Preise und Stipendien. 2016 ist ihre erste CD „Failing better" erschienen.

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