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Klangwelten zwischen Erinnerung und Erwartung

Nicholas Morrish Rarity, Großbritannien | Musik, Komposition (St.A.i.R 2019)

Portrait Nicholas Morrish © Nicholas Morrish
Portrait Nicholas Morrish© Nicholas Morrish

(Künstlerische Betreuung: Schallfeld Ensemble)

Nicholas Morrish sammelt diverses Material von Texten über Klänge zu Konzeptideen, die ihm unterschiedliche kompositorische Zugänge ermöglichen.

Der musikalische Weg Nicholas Morrishs war alles andere als eine Gerade: Er spielte in unterschiedlichen Orchestern und Bands, stand auf der Bühne, schrieb Arrangements und komponierte. In seinen 20er Jahren verabschiedete er sich ein wenig von der Bühne und konzentrierte sich aufs Komponieren und Schreiben mit dem Impetus, seine Persönlichkeit mit den Klängen, die er produziert, zu verbinden. In den letzten zehn Jahren verfolgte der heute 30-Jährige seine kompositorischen Studien an Universitäten, Konservatorien, Akademien und bei Festivals. Jetzt aber ist der Künstler froh darüber, seine Arbeit außerhalb eines institutionellen Rahmens ansiedeln zu dürfen. Er schätzt Stipendien sehr, denn sie geben und bieten die Möglichkeit, sich befreit auf seine Arbeit fokussieren zu dürfen.

In Graz arbeitet Nicholas Morrish gemeinsam mit dem Schallfeld Ensemble an einer „large scale work". In diesem Werk kombiniert er verschiedene Medien mit elektronischer Musik, jedoch klanglich und musikalisch zugeschnitten auf das Schallfeld Ensemble.

In seinen Kompositionen setzt sich Nicholas Morrish mit der „Zeit als ein von Emotionen gefärbtes Phänomen", mit Erwartung und Erinnerung und deren Auswirkung auf die Gegenwart auseinander. Er beschäftigt sich mit Dingen, die in ihm eine Reaktion hervorrufen. Durch diesen durchaus persönlichen Prozess fließt ein Teil von ihm in die Komposition ein. Seine Musik- und Klangwelt möchte er nicht in die Schublade „zeitgenössische Musik" eingeordnet wissen. Der Begriff ist ihm zu eng. Seine Inspirationen kommen von außen, auch wenn er seine Stücke für MusikerInnen in konzentrierten Hörsituationen schreibt. Nicholas Morrishs Arbeiten entwickeln sich immer mehr Richtung Multi-Media-Musik-Performances, in denen sich die Reinheit des digitalen Sounds am Analogen reibt. Morrish dringt unter die Oberfläche von Klangwelten, um ihre Körperlichkeit mit seinem Handwerk musikalisch zu erzählen. Darum möchte er mit seinem aktuellen Stück Gleichzeitigkeiten beschreiben, um die Bedeutung des „Im-Hier-und-Jetzt-Sein", fassen zu können.

Seit Nicholas Morrish 2017 zum ersten Mal beim Impuls Festival in Graz war, ist er begeistert von der Stadt. Er liebt es, durch die Stadt zu spazieren und mag die lebendige Musikszene sowie die Kunst- und Kulturszene hier vor Ort.

Für die Zukunft sind einige Klangwelten-Projekte in Planung: „I have a few ensemble pieces, that I am due to write, and a PhD to finish."

Nicholas Morrish Rarity
Geboren 1989 in London, lebt in Norfolk, Großbritannien. Er studierte u. a. in Harvard, am Royal College of Music, am Jesus College, University of Oxford, ist Musiker und Komponist und forscht in Themengebieten wie Zeitlichkeit, Klang-Archäologie, Notationsformen, Ökologie und Entstehung.

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