Kulturportal Steiermark

Wolken ziehen vorüber – Licht kann ephemer sein, ist aber immer kontinuierlich

Lena Gätjens, Deutschland | Bildende Kunst (St.A.i.R 2019)

(Künstlerische Betreuung: Forum Stadtpark)

Von der Bühnengestaltung zur Multidisziplin: Lena Gätjens fokussiert sich auf Licht und den öffentlichen Raum und realisiert ortsspezifische und partizipative Installationen.

Die zurzeit in Berlin lebende Künstlerin kennt Graz bereits, da sie hier vor zehn Jahren ihr Studium für Bühnen- und Kostümgestaltung an der Kunstuniversität (KUG) erfolgreich abgeschlossen hat. Vor drei Jahren war sie zudem Teil des Künstlerinnenkollektivs Horst-Jens Olé in Graz. Mit der steirischen Künstlerin Christina Romirer (derzeit KUNSTRAUM STEIERMARK-Stipendiatin) verbindet sie nicht nur das gemeinsame Studieren an der KUG. Im Vorjahr waren die beiden zusammen mit Paul Pritz auf KünstlerInnenresidenz im Hotel Pupik in Scheifling: „Es haben sich unsere Arbeits- und Themenbereiche, in denen wir aktiv sind, weiterhin so entwickelt, dass wir viel teilen können." Die drei KünstlerInnen haben sich ausgetauscht und experimentiert und schlussendlich zwei Projekte - „Lichtautomat" und „Glühbirnen-Choreografie" - verwirklicht. Heuer haben sich die drei wieder im Hotel Pupik getroffen, das Phänomen Wolken und die Möglichkeiten der Interpretationen von Wolkengebilden näher betrachtet - das „Hinein-Sehen", das man als „abstrakte, ephemere aber kontinuierliche, ortsspezifische und naturgemachte Pop-up-Ausstellung der Natur" bezeichnen könne.

Lena Gätjens Interesse am „Licht als Raum, Narrativ und Atmosphäre formendes Medium" basiert auch auf ihrer Ausbildung zur Bühnenbildnerin: „Lichtkunst ist nicht an Disziplinen oder Medien gebunden, es bildet einen Rahmen, in dem ich multidisziplinär arbeiten kann. Der Fokus auf Licht begleitet mich in meinem Alltag wie ein Motor zur konstanten Hinterfragung, dem Wundern über die (sichtbare) Welt und dem daraus folgenden Recherchieren und Lernen ins Detail zu gehen."

Die visuelle Wahrnehmung spielt für Lena Gätjen eine bedeutende Rolle. Erste Arbeiten mit Lichtkunst waren für die „Funkstation", eine Münchner Einrichtung für Kinder, Jugendliche und Familien, und ein Sieg in einem Wettbewerb für „Kunst am Bau": Mit ihrem neu gegründeten Lichtkunstkollektiv 333 schuf sie ein Installationskonzept, das auf Sonnenlicht basiert: „Konzert für 3756 Lichtzeuge". „Licht bleibt immer komplex für mich, durch seine Ephemerität (Sonnenlicht) und die Un(an)greifbarkeit (Material) aber gleichzeitig Formbarkeit (Spiegel, Linsen)", sagt Gätjens.

Lena Gätjens
Geboren 1983 in Dachau, lebt und arbeitet in Berlin. Nach Abschluss des Studiums für Bühnen- und Kostümgestaltung an der KUG 2009 absolvierte sie den Masterstudiengang „Architectural Lighting Design" an der Hochschule Weimar (2011-2013). Seit 2017 ist Gätjens auch freiberufliche Dozentin für künstlerische Werkstätten für Kinder und Jugendliche.

Portrait Lena GätjensWhat You Want, 2019Konstellation 1, 2018Konstellation 2, 2018
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