The Girl is Singing to the River oder Die Kraft des Wassers

Hadas Duchan, Israel | Installation, Video (St.A.i.R 2019)

Die Kraft des Wassers
Die Kraft des Wassers© Hadas Duchan

(Künstlerische Betreuung: Afro-Asiatisches Institut)

Wasser spielt in Hadas Duchans Leben eine große Rolle. Als sie ein Kind war, handelten die Gutenachtgeschichten, die ihre Großmutter täglich erzählte, immer von Wasser, über das sie mit großer Sehnsucht sprach. Wasser war für sie die Quelle aller Fragen und Antworten, von Nahrung und Mythen, von kultischer Bedeutung.

Hadas Duchan großes Thema ist das Wasser. In Jerusalem, wo sie lebt und in den Art Cube Artists Studios arbeitet, entdeckte sie ein ausgedehntes System von unterirdischen Quellen und Bächen. Sollte es zwischen der Bevölkerung und dem Wasserreservoir zu Wechselwirkungen kommen?

In Graz war Hadas Duchan fasziniert vom Grün der Pflanzen, die für sie allgegenwärtig zu sein schienen, und der Kraft der Mur, ebenso vom Hagel, den sie zum ersten Mal erlebte. Der Botanische Garten Graz im Universitätsviertel und das Murufer wurden ihre liebsten Aufenthaltsorte. Eine starke Erfahrung. In der jüdischen Kultur, so sagt sie, sei das Wasser rein, Sakralbauten liegen oft am Wasser, und in Graz habe sie eine alte Mikwe am Fluss entdeckt.

Viele Märsche durch Graz folgten, immer in der Nord-Süd-Richtung, der Ausrichtung der Mur entsprechend. „Ich habe eine Dame kennengelernt, die mich die Namen der Pflanzen gelehrt hat: Das ist bei uns in Israel ganz anders", meint Hadas Dunchan. „Ich war auch beim Murkraftwerk. Es funktioniert schon, die Oberfläche des Flusses nimmt man dort als metallisch war oder wie eine Schlangenhaut, die mich durchdringt. Ich hatte solche Angst. Die Mur ist das Rückgrat der Stadt. Wenn du den Fluss gut behandelst, gibt er dir Leben und Energie. Mir fällt hier die Snake Energy im Buddhismus ein."

Das hebräische Lied „The Girl is Singing to the River" prägte sich ihr in Graz als Ohrwurm ein - eine Aufforderung, dieses Thema zu bearbeiten. „Ich habe für den Fluss gesungen, seine Geräusche aufgenommen, ihn gefilmt. Hier in Graz machte das Lied plötzlich mehr Sinn."

Aus dem Film und Fundstücken vom Ufer der Mur hat Hadas Duchan eine beeindruckende Video-Installation gebaut, die das Gefühl vermittelt, man sei am oder gar im Wasser der Mur. Der Fluss hat durch ihre Arbeit eine Sprache gefunden, die beim Betrachten deutlich hörbar und durch die Anordnung der Installation auch physisch spürbar ist.

Hadas Duchan ist es ein Anliegen, mit ihrer Kunst die tiefen Gefühle von Formen, Dingen oder AUCH Naturereignissen festzuhalten und erfahrbar zu machen. Das ist ihr im Fall ihrer Grazer Arbeit gelungen. Nun hofft sie, den Film auch in Jerusalem zeigen zu können.

Hadas Duchan
Geboren 1988 in Tel Aviv, lebt in Jerusalem. Kunststudium in Jerusalem und Prag.

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