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Geschichte, Gips und Geographie

Martin Chramosta, Schweiz | Skulptur, Zeichnung, Performance (St.A.i.R 2019)

(Künstlerische Betreuung: Atelier Schillerstraße 31)

Seine Skulpturen sind Reliefs und sehen aus wie Fossilien, die Inspirationen für seine Kunstwerke findet Martin Chramosta oft in der Vergangenheit. In der Steiermark möchte er allerdings die Landschaft rund um eine verhältnismäßig junge Grenze erkunden.

Martin Chramosta wird während seines Aufenthalts in der Steiermark auf Wanderschaft gehen. Der Künstler, der schon Soloausstellungen in Wien, Paris und Montreal gestaltete, will die Umgebung von Graz ebenso erkunden wie die slowenische Untersteiermark; bis nach Maribor soll ihn sein Weg führen. Er selbst lebt in Basel, einer Stadt, die an Frankreich und Deutschland grenzt. „Da sieht man, dass Grenzen, Administrationen und unterschiedliche geschichtliche Erfahrungen in einem historisch einst zusammenhängenden Raum innerhalb des 20. und 21. Jahrhunderts verschiedene Ästhetikern generiert haben." Deshalb wird er die Landschaften und Formen auf beiden Seiten der slowenisch-österreichischen Grenze studieren und sich zu neuen Zeichnungen, Skulpturen und Performances inspirieren lassen. Einen Stopp wird er jedenfalls in Feldbach bei der dort ansässigen Kunstgießerei Loderer einlegen: Denn er plant, einige seiner Werke in einem Gussverfahren mit Bronze zu veredeln. Das Metall mit einer langen Tradition in der Bildhauerei deute laut Martin Chramosta an, dass die gegossene Plastik nun abgeschlossen sei. „Es ist ein Spiel mit dem Ewigkeitsanspruch von Kunstwerken.".

Die meisten seiner Reliefs sind aber aus Wachs und Gips gefertigt, Materialien, die im Gegensatz zu Bronze in der Bildhauerei eher als Skizzenmaterial angesehen werden. Teils sind die Motive dieser an Fossilien erinnernden Arbeiten abstrakt, teils sind mythische oder dystopische Szenen dargestellt. Martin Chramostas erste Serie von Reliefs zeigte kubistische Dinosaurier. Doch nicht nur im Hinblick auf vorgeschichtliche Giganten wirft Chramosta auf der Suche nach Inspirationen gerne einen Blick zurück in die Vergangenheit, denn er untersucht historische Formen auf ihre aktuelle künstlerische Bedeutung hin. „Diese Formen haben insofern eine heutige Relevanz, da sie womöglich ein Teil eines kollektiven Unterbewusstseins sind und deshalb immer wieder auftauchen.".

Martin Chramosta
Geboren 1982 in Zürich, studierte Kunst in Bern, Basel und Wien, wo er auch als Gastdozent an der Universität für angewandte Kunst tätig war. Er arbeitet als Zeichner, Bildhauer und Performancekünstler und hatte zahlreiche Ausstellungen in Frankreich, Tschechien, Deutschland und Österreich.

Martin Chramosta © Nico Müller
Martin Chramosta© Nico Müller
Cahaton Sauvage © Martin Charmosta
Cahaton Sauvage© Martin Charmosta
Tableau Famille © Martin Charmosta
Tableau Famille© Martin Charmosta
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