Musikalische Verbindungen verbinden.

Tomoya Yokokawa, Japan/Deutschland | Komposition (St.A.i.R. 2020)

Tomoya Yokokawa
Tomoya Yokokawa© Tomoya Yokokawa

(Künstlerische Betreuung: Schallfeld Ensemble)

Der in Japan geborene Komponist verbindet die musikalische Tradition seiner Heimat mit der des Westens. Nur so kann für ihn zeitgenössische Musik existieren.

Tomoya Yokokawa spielt Klavier und singt selbst gerne - und er lernte drei Jahre lang Koto ein japanisches Instrument, das auf Wikipedia als „eine mit 13 Saiten bespannte Wölbbrettzither" beschrieben wird.  

Tomoya Yokokawa studierte von 2013 bis 2016 an der Kunstuniversität in Graz bei Klaus Lang Komposition. Hier wurde im Rahmen von „Oper der Zukunft 2018" seine Kammeroper „Der goldene Dämon" aufgeführt. Basierend auf der gleichnamigen Novelle des japanischen Autors Ozaki Kōyō (1868-1903) trifft sich in einem kleinen Apartment ein junges Liebespaar ein letztes Mal, bevor es auseinandergehen muss. Kōyō starb, bevor er den Roman vollenden konnte. Yokokawa gibt seiner Protagonistin Miya mit einer Arie jenen Platz, um ihre Gefühle auszudrücken, den sie im Roman nicht mehr bekommen konnte. Seinen neuerlichen Aufenthalt in Graz möchte Tomoya Yokokawa ganz dem Schallfeld Ensemble widmen und hofft auf ein Konzert mit seiner Musik. Er freut sich, wieder in dieser aktiven lebendigen Stadt sein zu dürfen: „Ich möchte hier entspannt an meiner Komposition arbeiten und viele Leute treffen." Seine Kompositionen haben immer ein Hauptkonzept, in dem die Spieltechnik, der Orgelpunkt*, die Liebe oder Geisteraustreibung im Zentrum stehen, verrät der Komponist.

In seiner Bewerbung erklärt er sein musikalisches Vorhaben: „Flötenklang erinnert mich an den Klang der Shakuhachi, der traditionellen japanischen Flöte. In Zusammenarbeit mit dem Schallfeld Ensemble und dessen Flötistin möchte ich neue Spieltechniken, Klangfarben und komplexe rhythmische Texturen erforschen, in denen japanische Tradition mit europäischer zeitgenössischer Musik verschmelzen kann."
Manchmal ist für Tomoya Ykokokawa der Prozess wichtig, der sich von einer ersten Idee aus entfalten kann: „Aber manchmal schreibe ich auf einen Rutsch, wenn die Gestaltung und die Klangvorstellungen schon ganz konkret sind." Inspiriert wird er von Dingen, die er mag und die ganz und gar in seinem persönlichen Interesse stehen.
Tomoya Yokokawa komponiert meist am Vormittag, am Nachmittag gibt er Kindern Klavierunterricht. Zeitgenössische Musik ist für ihn nicht nur klischeehaft kopflastig, es sei Musik, die man fühlen könne. Auf die Frage, wo er sich selbst in fünf Jahren sieht, sagt der Künstler: „Oh! Das weiß ich nicht. Wo es sein soll, wird es sein."

Tomoya Yokokawa
Geboren 1988 in Nagano, Japan, absolvierte 2011 sein Musikpädagogikstudium an der Gakugei Universität Tokyo. Von 2013 bis 2016 studierte er an der KUG bei Klaus Lang Komposition und danach an der Universität der Künste in Berlin, wo er sein Studium 2019 mit dem Master abschloss. Er lebt und arbeitet in Berlin.

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