Von Materialien fasziniert

Viktorija Rybakova, Litauen | bildende Kunst (St.A.i.R. 2020)

Viktorija Rybakova
Viktorija Rybakova© Rybakova
Projekt „Geography of Senses“
Projekt „Geography of Senses“ © Rybakova

(Künstlerische Betreuung: Freies Atelierhaus Schaumbad)

Viktorija Rybakova ist eine vielseitige Künstlerin. Nach dem Architekturstudium in Vilnius übersiedelte sie nach Brüssel, um gemeinsam mit einem Freund das Design-Studio laumes aufzubauen. Die Zusammenarbeit ist erfolgreich; Möbel und Raumgestaltungen entstehen, ebenso zahlreiche Druckwerke. Gleichzeitig beschäftigt sich Viktorija Rybakova als Recherche basiert arbeitende Künstlerin mit unterschiedlichen Projekten in den Bereichen Kunst, Theorie und Wissenschaft.

Viktorija Rybakova hat eine große Affinität zu unterschiedlichen Materialien. Ton beispielsweise hängt in seiner Beschaffenheit vom jeweiligen Ort ab und trägt daher schon eine Geschichte in sich. Papier besteht aus Zellulose und reagiert empfindlich auf Licht. Diese „lebenden Materialien" schätzt die Künstlerin, weil sie diese bereits als eigenständige Kunstwerke wahrnimmt.

Ebenso spannend empfindet Viktorija Rybakova Body Research. Durch Kommunikation, Bewegung und Denken navigiert sie durch den Körper: spürt, wo etwas passiert, ohne es zu sehen. Etwa die Herztöne.
„Geography of Senses" nennt Viktorija Rybakova ihr aktuelles künstlerisches Forschungsprojekt. Dabei soll es einen Dialog zwischen Kunst und Wissenschaft (Neurowissenschaften und Anthropologie) geben, wenn es darum geht, den menschlichen Körper in seiner Komplexität und seinen emotionalen Zuständen zu erforschen und zu erfahren, wie unterschiedliche Kulturen über bestimmte Körperteile denken und sprechen. Das Nervensystem von Lebewesen, der Energiefluss vom Herzen zum Hirn und darüber hinaus sendet Informationen an den Körper. Jede Bewegung schreibt sich in die Erinnerung ein. Diese Informationen sammelt Viktorija Rybakova und verwendet sie für ihre performativen Lectures. Durch visuelle und auch theoretische Recherche beobachtet sie, wie Gefühle im Gehirn bestimmte Gedanken auslösen und umgekehrt, wie Gefühle deutliche Spuren im Gehirn hinterlassen. In Graz arbeitet die Künstlerin mit Wissenschaftlern der Universitäten zusammen, etwa aus den Bereichen der kognitiven Psychologie und Neurowissenschaften.
Künstlerische Ergebnisse des Projekts „Geography of Senses" sind sogenannte „Bodymaps", feine Zeichnungen des menschlichen Körpers, auf/mit denen sie Überlegungen und Beobachtungen mit ihrem Publikum teilt.

Viktorija Rybakova
Geboren 1989 in Vilnius, Litauen. Architekturstudium in Vilnius, lebt und arbeitet in Brüssel. Zahlreiche internationale Ausstellungen und Residencies. Zuletzt „Nurseries of the Unconsicious", ein ortsbezogenes Projekt in einer natürlichen Höhle im Zentrum von Athen.

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