Komponieren, ein Prozess des Zusammenspiels vieler Künste

Javier Quislant Garcia, Spanien | Musik, Komposition (St.A.i.R. 2020)

(Künstlerische Betreuung: Cantando Admont)

Javier Quislant Garcia war bereits als Musikstudent in Graz. Nun kommt er im Rahmen des Stipendien-Programms, um die Leechkirche mit seiner Komposition „Abwesende Stimme" klanglich zu füllen, mit vier Frauenstimmen und einem Sopran-Saxofon.

Quislant Garcia komponiert nicht nur, er dirigiert auch und spielt selbst Instrumente, wie Klavier, Saxofon und semimodulare Synthesizer. Er kennt sich in Graz aus und bezeichnet die Stadt als musikalisch künstlerisch sehr aktiv und vielseitig. Das zeige sich etwa in den Musik-Festivals, die auch international wahrgenommen werden.

Javier Quislant Garcia bezeichnet sich selbst als Komponisten, der aus einer zeitgenössischen Perspektive Musik für unterschiedliche Formationen, die vom Streichquartett über Ensembles bis hin zum Symphonieorchester reichen. Dabei kombiniert er durchaus auch die traditionelle klangliche Nutzung der Instrumente oder Stimmen mit elektronischen Elementen. An der Grazer Kunstuniversität hat der Musiker die beiden Studien Komposition und Musiktheater bei Beat Furrer absolviert, und er erinnert sich gerne an seine Studienjahre: „Sie gehören zu meinen besten Jahren als Schöpfer, meine Konzentration wurde hier in dieser Stadt geboren, in der Ruhe, der Stille und des Friedens." Nun möchte er seinen Dialog mit der Stadt fortsetzen. Der Plan, mit dem renommierten Gesangsensemble Cantando Admont, den SpezialistInnen für alte und neue Musik unter der Leitung von Cordula Bürgi, zusammenzuarbeiten gedieh schon im letzten Jahr. Es hätte bereits im Frühling eine ausgedehnte Probenzeit geben sollen, um vor allem die technischen Aspekte von Stimme experimentell auszuleuchten. Doch das Corona-Virus machte Javier Quislant Garcias Plänen einen Strich durch die Rechnung.
Die Kreation seiner Kompositionen sind von verschiedenen ästhetischen und künstlerischen Positionen beeinflusst. Das können Menschen genauso sein wie Texte oder Filme. In seinem kreativen Schaffensprozess fließen Gegenwart wie auch Vergangenheit gleichermaßen ein. Da er aus seinen eigenen Kompositionen immer wieder Impulse für Neues schöpft, entwickelt er eine eigene für sich stehende Kompositionssprache. Er möchte seine Musik nicht in eine Schublade gesteckt wissen, weil das jede Musik und jeden Klang auf eine äußere Form wie Takt oder Rhythmus reduzieren würde. Das musikalische Erlebnis, die dadurch ausgelösten Gefühle korrespondieren mit dem erzeugten Klangraum.
Quislant Garcia konzeptioniert seine musikalischen Werke im Kopf und bringt sie in Form von Skizzen und Wörtern zu Papier, bevor er sie in Noten gießt. Das Ergebnis sieht dann allerdings oft ganz anders aus, als er es sich am Beginn vorgestellt hatte, gerade weil es von so vielen anderen kreativen, ästhetischen und künstlerischen Faktoren im Prozess beeinflusst ist.
Von seinem kompositorischen Können konnte man sich live in der Grazer Leechkirche überzeugen.


Javier Quislant Garcia
Geboren 1984 in Bilbao, Spanien, lebt und arbeitet in Getxo, Spanien.
Er studierte an der Escola Superior de Música de Catalunya und absolvierte an der KUG die beiden Masterstudien Musiktheater und Komposition bei Beat Furrer. Er arbeitete mit zahlreichen internationalen Ensembles zusammen, bekam Preise und Ehrungen und ist auch Präsident des Komponistenverbandes des Baskenlandes.

Javier Quislant Garcia © Quislant Garcia
Javier Quislant Garcia
© Quislant Garcia
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Javier Quislant Garcia
© Quislant Garcia
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