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Starker Wellengang

Ting-Chun Chen, Taiwan | Schmuckkunst (St.A.i.R. 2020)

(Künstlerische Betreuung: kunst.wirt.schaft)

Ting-Chun Chen ist in der Nähe des Meeres aufgewachsen. Die Wahrnehmung dieser Umgebung und die damit verbundenen persönlichen Empfindungen finden in den fragilen, geradezu wesenhaften Schmuckobjekten von Ting-Chun Chen Ausdruck.

Der von Februar bis Mai geplante Aufenthalt von Ting-Chun Chen in Graz war coronabedingt kurz. Ankunft Anfang Februar, Abreise Ende Februar. Glücklicherweise kommt sie 2021 wieder, wird in der kunst.wirt.schaft, dem spannenden Kollektiv von Schmuckkünstlerinnen in der Grazer Elisabethstraße, arbeiten und in der Klasse Schmuck Metall Design in der Ortweinschule Techniken zeigen, die es bei uns nicht gibt.

Betrachtet man die Werke der gerade einmal 30-jährigen Künstlerin, ist man mit einer Formensprache und Oberflächengestaltung konfrontiert, die so gar nichts mit dem zu tun hat, was in der westlichen Schmuckwelt Tradition hat. Eine ganz andere Welt tut sich auf, die Geschichten erzählt, Emotionen hervorruft und in jeder Weise zauberhaft ist. Die Objekte aus Kupfer, Messing, Email haben eine organische Anmutung - vielleicht durch die Darstellung unterschiedlicher Lebensformen, Bewegungen oder Organfunktionen, wie sie selbst meint. Ting-Chun Chen wünscht sich jedenfalls, dass beim Tragen (und in der Bewegung!) die zurückhaltende und feine Qualität ihrer Werke ins Auge fällt.

Ting-Chun Chen hat in Tainan, Taiwan, ein Universitätsstudium für Schmuckkunst abgeschlossen. Diese Möglichkeit gibt es in Österreich leider nicht mehr. Umso wertvoller wird es sein, wenn sie 2021 ihre Residency in Graz beenden kann und in der Klasse Schmuck Metall Design der Ortweinschule Einblicke in ihre Fertigkeiten geben wird. Mit den Künstlerinnen der kunst.wirt.schaft wird sie an taiwanesischen Email-Techniken feilen. Handwerk hat in Taiwan eine sehr lange Tradition und höchste Wertschätzung. Der künstlerische Austausch wird daher befruchtend und sinnvoll sein.

Ting-Chun Chen hat sich in Graz speziell an den alten Pflastersteinen und der Schlossbergbahn begeistert, die für sie so ungewöhnlich sind. Vielleicht inspiriert sie diese Wahrnehmung zu einer neuen Werkgruppe? Geplant hat sie mit Stein und Papier oder anderen regionalen Materialien sowie Metall die Beziehung zwischen Körper und Umgebung zu erforschen.

Ting-Chun Chen
Geboren 1990 in Taiwan, studierte an der Tainan National University of the Arts, Taiwan. Zahlreiche internationale Preise und Ausstellungen.  

"Layer" © Chen
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