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Steirisches Kulturressort lud zur ExpertInnenkonferenz

Im Brennpunkt: Der Erhalt der jüdischen Friedhöfe

Landesrätin Dr.<sup>in</sup> Bettina Vollath © Land Steiermark
Landesrätin Dr.<sup>in</sup> Bettina VollathLandesrätin Dr.in Bettina Vollath
© Land Steiermark
 

Im Washingtoner Abkommen verpflichtete sich Österreich im Jahr 2001 zu Restaurierung und Erhalt der jüdischen Friedhöfe. Eigentlich eine Aufgabe des Bundes, dieser kommt seiner Pflicht aber nicht nach. Die steirische Kulturreferentin Bettina Vollath führt nun die Initiative ihres Vorgängers Kurt Flecker fort und lud zu eine Konferenz mit ExpertInnen von nationaler Bedeutung, um endlich Bewegung in die Sache zu bringen.

Das steirische Kulturressort hat seit 2007 in der LandeskulturreferentInnenkonferenz jährlich beantragt, dass der Bund seiner Verpflichtung nachkommen möge, die jüdischen Friedhöfe in Österreich zu erhalten. Dies wurde jeweils einstimmig angenommen, Arbeitsgruppen eingesetzt, Briefe an den Bund verfasst, jedoch ohne Ergebnis. Wegen Gefahr im Verzug hat das Kulturressort des Landes Steiermark im Vorjahr 100.000 Euro an Vorleistung erbracht, auch die Stadt Graz hat 10.000 in die Hand genommen, um den jüdischen Friedhof in Graz zu erhalten. Weitere 100.000 wären für den Erhalt des Grazer Friedhofs, der nur einer von sechs steirischen jüdischen Friedhöfen ist, nötig. „Dafür braucht es nun aber die Hilfe von Bundesseite", so die steirische Kulturlandesrätin Bettina Vollath, die nun endlich Bewegung in die Sache bringen will.

Aus diesem Grund lud das steirische Kulturressort heute, Donnerstag, namhafte ExpertInnen aus ganz Österreich zu einer Konferenz in die Grazer Synagoge. „Wir müssen bald zu einer Lösung kommen - denn der Erhalt der jüdischen Friedhöfe ist nicht nur aus zutiefst menschlichen Gesichtspunkten höchst wichtig, sondern auch ein kultur- als auch gesellschaftspolitischer Auftrag, den es auch im Sinne des Völkerrechts zu erfüllen gilt", so Vollath. Dazu komme, dass die regionale Israelitische Kultusgemeinde gerade nur mehr 120 Mitglieder zählt, die nicht nur für die Steiermark, sondern auch für Kärnten, Osttirol und das südliche Burgenland tätig sind. Die israelitische Kultusgemeinde ist daher jedenfalls nicht in der Lage, die Infrastruktur für die Friedhöfe sicherzustellen.


Graz, 3. Dezember 2009

 

 
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