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Das Kulturzentrum bei den Minoriten in Graz

„Was ich so schätze, ist diese einzigartige und außerordentliche Logik und Präzision in der Ausformung eines kulturell und intellektuell äußerst fein gestalteten Programms, das – stets bestimmt von einem klaren weltanschaulichen Standpunkt – seine Ziele jenseits jeglichen eindimensionalen kreativen Ausdrucks steckt.“
Adam Budak (Krakau), Kurator am Kunsthaus Graz
 
Das Kulturzentrum bei den Minoriten ist unglaubliche 30 Jahre jung – und hat diese magische Grenze 2006 überschritten. Denn 2005 hat man das 30. Geburtstagsfest gefeiert. Externe Verknüpfung Wie feiert man einen Geburtstag? Wie sehen die Selbstdarstellungen zum runden Geburtstag einer Institution aus? Die übliche Vorgangsweise zeigt es, die Hauptakteure werden in den Mittelpunkt gerückt. Nicht anders verhält es sich bei „den Minoriten“, wie man diese Kulturinstitution seit langem wie mit einem Kosenamen abkürzt. Auch dort stehen die Hauptakteure im Mittelpunkt. Wer aber nun meinte, man bekäme auf dem offiziellen Jubiläumsfoto die Konterfeis des momentanen Teams und vielleicht die Gründerväter zu sehen, täuscht sich. Die Hauptakteure im Mittelpunkt der Einladung war das Publikum, beim tatsächlichen Fest die Künstlerinnen und Künstler – mit Uraufführungen von KomponistInnen von Peter Ablinger, Beat Furrer bis Joana Wozny, die jeweils eine Minute nicht überschreiten durften, mit literarischen Textbeiträgen zu „Dreißig“ von Marcèl Benabou, Birgit Kempker bis Arnold Stadler, mit einer Sammlungsausstellung von Joseph Beuys, Hans Bischoffshausen, Fritz Hartlauer, Esther Stocker bis Ruth Schnell. Alles KünstlerInnen, die, in den letzten 30 Jahren, mit diesem in den Räumen des Minoritenklosters gelegenen zeitgenössischen Kulturzentrum zu tun hatten.
Wie eine logische Fortsetzung des Barockbildes von Johann Baptist Raunacher im Hintergrund blickt das Publikum im ehemaligen Speisesaal den Betrachtern der Fotografie ins Gesicht, gespannt auf das, was da kommen mag.

Externe Verknüpfung Vor dreißig Jahren überzeugten der selbst künstlerisch tätige katholische Priester Josef Fink und der evangelische Theatermann Harald Seuter die Verantwortlichen der Diözese Graz-Seckau, Bischof Johann Weber und Kanzler Johann Reinisch, dass es eine phantastische Sache wäre, aus dem baufälligen Minoritenkloster eine Begegnungsstätte zweier längst entfremdeter Bereiche zu machen, nämlich zwischen der Kirche und der zeitgenössischen Kunst. Entwickelt hat sich daraus eine Versuchsstation, in der sich diejenigen treffen, die in offener Ausgesetztheit mehr vom Geschmack des Lebens erfahren wollen. Diejenigen, die ihre religiöse Existenz jenseits einer spirituellen Kuschelecke verorten und diejenigen, die ihre Entscheidung für einen künstlerischen Lebensweg jenseits einer hoch dotierten Behübschungsgilde ansiedeln, tauschten und tauschen hier ihre Erfahrungen aus. Da wird Klartext geredet, ohne Schnörkel, darüber, wie die Tagesaktualität mit den großen, überzeitlichen Weltanfragen zusammenhängt, ohne eine der beiden zu vernachlässigen oder sie gar gegeneinander auszuspielen.

Diese Vision, dass die Minoriten eine Versuchstation vieler Ernstfälle darstellen und damit Kunst auch wieder kirchlich relevant machen, durchzieht das Programm bis heute. Nach und nach wuchs das Team um Fachkräfte aus den verschiedenen Kunstsparten an, sodass die Besucher aus einem breit gefächerten Angebot schöpfen können. Die Breite kommt genauso angenehm zu Gespür wie die Mischung von internationaler Spitzenkunst mit jungen zukunftsträchtigen Nachwuchskünstlern. Getragen wird dieses Potpourri von einem kompromisslosen Kampf um Qualität, der seinerseits die oben beschriebene Ausgesetztheit vorführt. „Wir schauen nicht auf Besucherzahlen, sondern bieten Widerständigem, Experimentellem, Schrägem, Offenem und Unangenehmen eine Präsentationsbühne“, fasst Externe Verknüpfung Johannes Rauchenberger, der das Haus seit dem Jahr 2000 leitet, zusammen. Diesen Vorzug von dem, das noch nicht in unzähligen Abhandlung abgeklärt worden ist und somit keine Risiken bei der Präsentation beinhalten würde, gleichen die Minoriten durch Professionalität aus, durch Professionalität in der Organisation und noch mehr durch einen professionellen Blick dafür, was künstlerische Tragfähigkeit besitzt.

So kuratierten Johannes Rauchenberger und Alois Kölbl gemeinsam mit Reinhard Hoeps aus Münster im Rahmen der Kulturhauptstadt Graz 2003 mit der AusstellungExterne Verknüpfung  „Himmelschwer“ einen der Höhepunkte dieses Kulturjahres, die Auseinandersetzung mit dem Phänomen Sport setzte hier im letzten Jahr als Externe Verknüpfung „Divine Heroes“, jene mit der Identität von Frauen aus dem islamischen Raum oder mit utopischen Architekturprojekten von Externe Verknüpfung Ilya und Emilia Kabakov 2005 nach. Birgit Pölzl versammelte in der Literaturabteilung nicht nur die großen Namen von Friederike Mayröcker, über Alfred Kolleritsch, Arnold Stadler bis Franzobel, sondern holte auch Nachwuchstalente aus alten Erdteilen zu den Minoriten. Ähnlich exquisite Eindrücke bietet die zeitgenössische Musik, für die Florian Geßler als Verantwortlicher mit so bedeuteten Leuten wie Peter Ablinger, Beat Furrer oder Nicolaus A. Huber zusammenarbeitet und vor allem für junge Musiker immer wieder Kompositionsaufträge vergibt, wie beispielsweise an Daniel Mayer (2005). Im Neue Musik Programm werden das ganze Jahr über neue und neueste Entwicklungen der europäischen Kunstmusik präsentiert. Im Projekt „open university“, einer Kooperation mit den Grazer Universitäten geht es darum, Wissenschaft auf dem Marktplatz der Öffentlichkeit zu präsentieren und zu eichen – zu grundsätzlichen Themen menschlicher Existenz und Fragen der Zukunft (Puzzle Mensch (2003), Externe Verknüpfung Puzzle Leben (2004), Externe Verknüpfung Puzzle Zukunft (2005), Überlebensstrategien (2006)). Für das junge Publikum wurde seit nunmehr drei Jahren ein neues Kreativfeld eröffnet. Unter dem programmatischen Titel „TheaterKunst in der Galerie“ mixten die Minoriten szenische und bildende Kunst in den Räumen der Galerie. In einigen Projekten vermengen sich die einzelnen Sparten ineinander, bauen ein neues Kunstgebilde in einer Art Gesamtkunstwerk, wie zu Tod (2005), Sport (2004) Gravitation (2003)…
Spezielle Höhepunkte ergeben sich auch daraus, dass die Minoriten eben nicht am freien Markt fertiges einkaufen, sondern in allen Bereichen auch Auftragsarbeiten zu spezifischen Themen vergeben. Damit entstanden und entstehen einige wichtige Anknüpfungspunkte für das schwierige Diskusfeld von Kunst und Kirche, aber auch einfach für das Verhältnis von Kunst und Gesellschaft.
„Aufgrund der Stimmigkeit seines Konzepts, dem eine klare Haltung zugrundeliegt, seiner ökonomischen Führung bei gleichzeitigem hohen künstlerischen Niveau und der nachhaltigen Wirkung seiner Kulturarbeit für Graz" erhielt das Kulturzentrum bei den Minoriten die Spitzenwerte der Evaluierung der Stadt Graz. Vieles von dieser Kunstpräsentation und –produktion ereignete sich im ehemaligen Speisesaal, wie auch das Jubiläumsfoto illustriert. Die barocke Speisung der 5000 durch Jesus setzt sich im Vordergrund in der Aktualität des Heute fort. Als eine Speisung von besonderer Art, weil Kunst ein Lebensmittel ist.
 

Kontakt:

Barbara Rauchenberger
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Kulturzentrum bei den Minoriten
Mariahilferplatz 3
8020 Graz
0043 316 711133
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