Schloss Lind - Das andere Heimatmuseum
Das A.H. erzählt nicht nostalgische oder romantisch verklärte Geschichten vom Landleben, sondern zeigt die heimatliche Schattenseite mit den braunen Flecken im Schnee von gestern. Das Leben der Armen, der Mägde und Knechte, der unmündig Gehaltenen. Auch wird auf die derzeit so modischen architektonisch ausufernden Ausstellungsbehelfe weitgehend verzichtet: Die historischen Objekte werden nicht in Beton-, Stahl-, Glaskonstruktionen isoliert, sondern stehen dem Betrachter ungeschützt entgegen. Oder auch: die Betrachter stehen ungeschützt den Objekten gegenüber. Gegenstände. Widerständig. Dazu war es nötig, gewisse historische Fenster nicht zu verschließen. In einem Gebäudekomplex, der durch seinen jahrzehntelangen Verfall und seine Unbewohntheit die schmutzige Aura steirischer, österreichischer, europäischer Heimaterzählungen aufs Unbestechlichste bewahrte. Im Nachvollzug der groben bis feinen Arbeiten an Haus und Land konstituierte sich auf hautnahem Wege diese Exposition.
A.H. meint auch ein kritisches (unterscheidendes) Verhältnis zu gegenwärtiger Heimatvernichtung unter dem Deckmantel sie zu schützen: „Europa der Regionen", „Regionale Identität", „Heimatwerbung", „Naturpark" etc. Hierzu werden verschiedenste Formen der Annäherung gewählt. Sonderausstellungen, die die Grundinstallation umspinnen, Publikationen, Theater, Konzerte, Tanz, Lesungen, Filme, Seminare und anderes. Immer wieder wird Kunst in der Landschaft inszeniert. Über Feldstationen, Stadl, in Burgruine und Schloss geführt.
Den beständigen Kern des A.H. bildet nicht nur jene Folge von Stockwerken und Räumen in denen mit den Mitteln der „assoziativen Installation" (Aramis) eine Reihe von theatralischen Kulissen, die verblichenen Spieler in uns hervorruft, sondern das wache Bewusstsein als Mensch auf einer „BauStelle" ohne Grenzen zu leben.
Das andere Heimatmuseum
BauStelle Schloss Lind
A-8820 Neumarkt/Stmk., St. Marein
Tel.: +43 3584 3091
E-Mail: info@schlosslind.at
Homepage: www.schlosslind.at


