Navigation und Service

[Alt + 0] - Zur Startseite[Alt + 1] - Zur Suche[Alt + 2] - Zur Hauptnavigation[Alt + 3] - Zur Subnavigation[Alt + 4] - Zum Inhalt[Alt + 5] - Kontakt
Sie sind hier: 

Hochofenmuseum Radwerk IV

Adresse: Adresse
Peter Tunner-Straße 2
A-8794 Vordernberg

Kontakt:
Telefon 03842 / 402 2204 (Radwerk IV)
Telefon 03849 / 832 (Tourismusbüro Vordernberg)
Mobil 0664 / 927 6610
Fax 03849 / 21995
Öffnungszeiten: Zeiten 1. April - 31. Oktober, Führungen täglich 10  - 15 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung
Leiter: Leiter  Johann Lampl
Themengebiete: Themen Geschichte, Handwerk und Gewerbe, Industrie u. Technik
Angebot:
kind Kindergerechtes Museum
shop Museums-Shop
extcafe Cafe/Restaurant in der Umgebung
Zugang:
behindert Behindertengerechtes Museum - Teilweise
kinderwagen geeignet für Kinderwägen


 
Beschreibung:
Ab dem Ende des 1. nachchristlichen Jahrtausends gewann der Abbau und die Verhüttung von Eisenerz im Raum Erzberg-Präbichl-Vordernberg zunehmend an Bedeutung. So entstanden bereits im Mittelalter mehrere der heute noch nachweisbaren 14 Radwerke entlang des Vordernberg-Baches. Radwerke nannte man Hochofenanlagen, bei denen ein Wasserrad das Gebläse für Verbrennungsluft antrieb.

Das Radwerk IV im Zentrum von Verdernberg wurde 1846 als monumentales Gebäude im Stil des Klassizismus antelle eines älteren an dieser Stelle stehenden Radwerkes errichtet. 1911 musste der Betrieb eingestellt werden. Schon 1928 wurde das Gebäude aufgrund seiner eisengeschichtlichen und kulturellen Bedeutung unter Denkmalschutz gestellt.

Doch schon 1924 gab es erstmals Überlegungen aus dem Radwerk IV einen Ort der Dokumentation des Vorderberger Hüttenwesens zu machen. Durch verschiedene Umstände wurde diese Idee erst 1959 realisiert und das Radwerk IV als Hochofen- und Eisenmuseum eröffnet.



Beim fachkundig begleiteten Gang durch dieses Industriedenkmal erfährt der Besucher einiges über die «Ofensau», «Gichtboden» und «Hunte», über «rösten», «abstechen» und die «Flosse». Sämtliche Arbeitsgänge vom Einfahren des Roherzes über eine kleine Schienenbahn, die Röstanlage, das Zerkleinern des Rösterzes, den Hochofenprozeß bis zum Abstich und zum Zerkleinern der Flosse werden verfolgt und erläutert. Auch das oberschlächtige Wasserrad, dass dem Werk den Namen, kann für Demonstrationszwecke in Betrieb genommen werden. Und auch der Holzkohlenaufzug ist noch funktionstüchtig. Und manches Stück im Radwerk IV, wie etwa die Gichtgasanlage, die Krankentrage oder Warntafeln, weisen auf die Gefahren hin, denen die Hochofenarbeiter täglich ausgesetzt waren.

Die angrenzenden Dokumentationsbereiche informieren über die historische Entwicklung der Eisengewinnung, die Geschichte der 14 Vordernberger Radwerke, die ehemaligen Abbaumethoden am Steirischen Erzberg und über die Erzfördersysteme nach Vordernberg. Zu sehen sind auch unterschiedliche Gerätschaften zur Erz- und Eisenbearbeitung sowie ehemalige Berufs- und Arbeitskleidung der Eisenarbeiter.

Im Gang durch die großen Innenräume, die sich in vier Etagen um den gewaltigen Ofen gruppieren, erhält man einen wirklich spannenden Einblick in den ehemaligen Herstellungsprozeß von Roheisen.

Das 1856 erbaute und 1911 stillgelegte Radwerk IV ist die einzige noch voll ausgestattete Holzkohlen-Hochofenanlage in Europa. Es ist die größte eisengeschichtliche Sehenswürdigkeit entlang der "Eisenstraße" zwischen Leoben und Steyr und ein großartiges Zeugnis der historischen Roheisengewinnung.



Zum Museumsverband des Radwerks IV gehört auch die Lehrfrischhütte. Es handelt sich dabei um das Technikum der Steiermärkisch Ständischen Montanlehranstalt aus dem Jahre 1842, das die Vorgängerin der heutigen Montanuniversität Leoben war. Die Lehrfrischhütte vermittelt die Atmosphäre einer alte Schmiede, deren Schwanzhammer von einem Wasserrad angetrieben wird. Auch dieser Hammer ist noch voll funktionsfähig.



Das Hochofenmuseum Radwerk IV, das Radwerk III und die Lehrfrischhütte werden vom gemeinnützigen Verein "Freunde des Radwerks IV in Vordernberg" betreut und am Leben erhalten. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht diese Denkmäler der Arbeitswelt und Technik des 19. Jahrhunderts nach montanhistorischen und deckmalpflegerischen Grundsätzen zu erhalten und für Lehr- und Schauzwecke zu erschließen.



Nach dem Besuch des Museums empfiehlt sich sehr auch ein Gang durch den Marktort Vordernberg, der in seinen Häusern, Bau- und Industriedenkmälern in besonderer Weise seine mit der Eisengewinnung verbundene Vergangenheit sichtbar und spürbar werden läßt.

Heimo Kaindl

 
 
  • socialbuttonssocialbuttons
    socialbuttons